Darlehenswiderruf prüfen

Die Widerrufsbelehrungen von rund 80% der nach dem 1. September 2002 abgeschlossenen Verbraucherdarlehensverträgen sind fehlerhaft. Die Mehrzahl der Darlehensnehmer kann die Verträge daher auch heute noch widerrufen und ablösen oder umfinanzieren – trotz langfristiger Zinsfestschreibung und ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

Wann lohnt sich der Darlehenswiderruf?

  • Sie möchten das aktuell niedrige Zinsniveau nutzen

Zinsen für Baufinanzierungen befinden sich auf einem historisch niedrigen Niveau. Viele Darlehensnehmer haben aber langfristige Kreditverträge mit hohen Zinsen vereinbart. Durch den Widerruf können Sie aus dem Vertrag mit langfristiger Zinsbindung aussteigen und vom aktuell niedrigen Zinsniveau profitieren.

  • Sie wollen oder müssen Ihre Immobilie veräußern und möchten die Vorfälligkeitsentschädigung sparen

In Zeiten hoher Immobilienpreise ist für viele der Anreiz groß, Ihre Immobilie zu verkaufen. Andere müssen verkaufen, beispielsweise weil sie umziehen oder arbeitslos geworden sind.  Banken lassen sich eine vorzeitige Auflösung des Darlehensvertrages teuer bezahlen, durch die so genannte Vorfälligkeitsentschädigung. Wurden Sie über Ihr Widerrufsrecht nicht richtig belehrt wurden, können Sie sich die Vorfälligkeitsentschädigung sparen und darüber hinaus vielfach noch Geld von der Bank zurückholen.

  • Sie möchten eine bereits bezahlte Vorfälligkeitsentschädigung zurückholen

Sie haben Ihre Immobilie veräußert oder Ihren Kredit aus anderem Grund vor Ablauf der Zinsbindungsfrist abgelöst und an die Bank hierfür eine Vorfälligkeitsentschädigung bezahlt. Wenn die Widerrufsbelehrung des Kreditvertrages fehlerhaft war, haben Sie gute Chancen, diese Vorfälligkeitsentschädigung von Ihrer Bank zurückzubekommen. In vielen Fällen können Sie auch darüber hinaus noch Geld von der Bank zurückholen.

Wie erkenne ich, ob die Widerrufsbelehrung in meinem Vertrag fehlerhaft ist?

Die Überprüfung der Widerrufsbelehrung ist mühsam und erfordert umfassende rechtliche Kenntnisse, da sich die gesetzlichen Anforderungen an die Widerrufsbelehrung und die Musterbelehrungen über die Jahre hinweg fortwährend verändert haben. Eine erste „Vorprüfung“ können sie selbst vornehmen, indem Sie die Widerrufsbelehrung in Ihrem Darlehensvertrag mit der für den Zeitpunkt Ihres Vertragsschlusses geltenden Widerrufsbelehrung geltenden Musterwiderrufsbelehrung Wort für Wort vergleichen. Ergibt sich keine Abweichung und sind auch keine Fußnoten hinzugesetzt, spricht einiges dafür, dass Ihre Widerrufsbelehrung nicht angegriffen werden kann.

Sie können uns aber auch mit einer kostenlosen Erstprüfung Ihrer Widerrufsbelehrung beauftragen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Häufige Fehler in Widerrufsbelehrungen

  • „Frühestens“: Die in der Musterwiderrufsbelehrung 2002 enthaltene Formulierung „Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser Belehrung.“ ist, wie der Bundesgerichtshof mehrfach festgestellt hat, fehlerhaft. Der Verbraucher kann der verwendeten Formulierung zwar entnehmen, dass der Beginn des Fristlaufs gegebenenfalls noch von weiteren Voraussetzungen abhängt, er wird jedoch darüber im Unklaren gelassen, um welche (etwaigen) Umstände es sich dabei handelt.

 Hat die Bank die Musterwiderrufsbelehrung inhaltlich und in der äußeren Gestaltung unverändert übernommen, genießt sie allerdings Vertrauensschutz, das heißt der Darlehensvertrag kann nicht widerrufen werden.

  • Dauer der Widerrufsfrist: In manchen Widerrufsbelehrungen ist die Dauer der Widerrufsfrist mit „zwei Wochen (einem Monat)“ angegeben. Dies macht die Widerrufsbelehrung fehlerhaft.
  • Verbundene Verträge: Die Musterwiderrufsbelehrung sieht bei verbundenen Verträgen verschiedene Rechtsfolgen für verschiedene Geschäftsarten vor (Finanzierung des Kaufs einer Sache, Finanzierung des Erwerbs einer Immobilie, Finanzierung der Überlassung einer Sache). Oft wird der gesamte in der Musterbelehrung hierfür genannte Text verwendet, ohne diesen an die konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles anzupassen.
  • Verwirrende Formulierungen: Vielfach finden sich in Widerrufsbelehrungen die Formulierung „Der Lauf der Frist für den Widerruf beginnt einen Tag nachdem Ihnen ein Exemplar dieser Widerrufserklärung und die Vertragsurkunde, der schriftliche Vertragsantrag oder eine Abschrift der Vertragsurkunde oder des Vertragsantrags zur Verfügung gestellt wurde.“  Diese Formulierung belehrt nicht richtig über den Beginn der Widerrufsfrist, weil sie das unrichtige Verständnis nahe legt, die Widerrufsfrist beginne (bereits) mit der Übersendung des Vertragsantrags durch die Bank.
  • Beiderseitige Rückgewähr von Leistungen: Eine Widerrufsbelehrung ist falsch, wenn die in der entsprechenden Musterwiderrufsbelehrung wiedergegebene Hinweis fehlt, dass die empfangenen Leistungen beiderseits und mithin auch von der Bank zurückzugeben sind; die Widerrufsbelehrung ist unwirksam, weil sie so lediglich über die Pflichten des Verbrauchers im Falle des Widerrufs informiert, nicht jedoch auch über dessen wesentliche Rechte.
  • Belehrung in Textform: Die Musterbelehrung 2008 knüpft den beginn der Widerrufsfrist  an den Erhalt der Belehrung „in Textform“ an. Fehlt dieser Hinweis, ist die Widerrufsbelehrung fehlerhaft.
  • Annahme durch die Bank / Zugang bei der Bank: Manche Widerrufsbelehrungen knüpfen den Beginn der Widerrufsfrist an den Zugang des Angebots des Verbrauchers oder des vom Verbraucher angenommenen Darlehensangebots bei der Bank an. Da dem Darlehensnehmer regelmäßig nicht bekannt sein kann, wann das von ihm unterschriebene Dokument bei der Bank eingeht oder das Angebot von der Bank angenommen wird und so der Vertrag zustande kommt, ist eine solche Belehrung unwirksam.

Wie erkläre ich den Widerruf meines Darlehensvertrages

Der Widerruf muss in Textform erfolgen und bedarf keiner Begründung. Der wirksame Widerruf eines Darlehensvertrages verpflichtet Sie jedoch grundsätzlich zur sofortigen Rückzahlung des Darlehens. Daher sollte der Widerruf erst nach der Prüfung der Widerrufsbelehrung durch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und Abstimmung einer Strategie für das Vorgehen erklärt werden,

Die Fachanwälte und Anwälte unserer Kanzlei, die über viel Erfahrung mit dem Widerruf und der Durchsetzung der daraus resultierenden Ansprüche haben, stehen Ihnen hierfür gerne zur Verfügung. Wir beraten Sie auch hinsichtlich der für Sie besten Strategie und deren Umsetzung und unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche.

Welche Ansprüche habe ich mit dem Darlehenswiderruf?

Der wirksame Widerruf begründet ein sogenanntes Rückgewährschuldverhältnis.  Infolgedessen hat der Darlehensnehmer der Bank die Darlehensvaluta zurückzuzahlen. Hinzu kommt ein Ersatz für die Nutzungen, die er während der Zeit, in der ihm die das Geld der Bank zur Verfügung stand, gezogen hat. Diese sind in Höhe des vertraglich vereinbarten Zinses zu berechnen. Lag der marktübliche Zinssatz niedriger, kann auch der marktübliche Zinssatz angesetzt werden.

Im Gegenzug muss die Bank alle Zahlungen, die der Darlehensnehmer geleistet hat, an diesen zurückzahlen und ebenfalls die Nutzungen herausgeben. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist zu vermuten, dass eine Bank Nutzungen in Höhe von 5 %-Punkten über dem Basiszins gezogen hat. Zum Schluss werden die gegenseitigen Ansprüche gegeneinander aufgerechnet.

Was passiert, wenn die Bank den Darlehenswiderruf nicht anerkennt?

Mit manchen Banken ist es möglich, eine einvernehmliche Lösung zu erzielen. Viele Banken weigern sich jedoch, den Widerruf zu akzeptieren. Sie setzen dabei vor allem auf zwei Argumente, zu denen der für Bankrecht zuständige XI. Zivilsenat des BGH im Zusammenhang mit Verbraucherdarlehensverträgen noch keine Entscheidung gefällt hat: Der Widerruf sei rechtsmissbräuchlich und verwirkt. Auch wenn es dagegen gute Gegenargumente und zahlreiche Urteile von Land- und Oberlandesgerichten gibt: So lange der BGH diese Frage nicht entschieden hat, bestehen Risiken für ein Klageverfahren zur Durchsetzung der aus dem Widerruf resultierenden Ansprüche. Daher raten wir grundsätzlich nur dann zu einem solchen Vorgehen, wenn eine Rechtsschutzversicherung eine Deckungszusage erteilt.

 

Darlehenswiderruf kostenlos prüfen lassen

Ihr Name (Pflichtfeld)

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

Ihre Telefonnummer (Pflichtfeld)

Ihre Nachricht

Dateiupload


Spamschutz
captcha


Die Hamburger Verbraucherzentrale (VZHH) hat bisher insgesamt über 3.300 Immobilienkredite untersucht und herausgefunden, dass über 80 Prozent aller Widerrufsbelehrungen fehlerhaft waren.

Eine Liste fehlerhafter Widerrufsbelehrungen einzelner Banken finden Sie hier

Nittel & Minderjahn

Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht
info@nittel.co

Neckargemünd:
Tel. 06223-72 98 080

München:
Tel. 089-255 498 50

Berlin:
Tel. 030-95 999 280